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Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen durch Unverträglichkeitsreaktionen

Vortrag von  Dr. Eleonore Procházka im August 2000 in München

Im Gegensatz zum psychosomatischen Ansatz der herkömmlichen Medizin stelle ich Ihnen den somatopsychischen Ansatz bei psychischen Störungen vor. Das Gehirn ist unser empfindlichstes Organ, das sofort auf Nährstoffmängel und Umwelteinflüsse reagiert, wie moderne medizinische Forschung zeigt.

Sigmund Freud hat prophezeiht, daß jemand die körperlichen Ursachen für psychische Beschwerden finden wird.

In den 1940iger Jahren hat Theron G. Randolph, Internist und Allergologe in Chicago, diese Zusammenhänge wiederentdeckt* und weiterentwickelt zu einer neuen Medizin, der medizinischen Ökologie (clinical ecology), einer Ernährungs- und Umweltmedizin. Sie bestimmt heute die Umweltmedizin in den USA (AAEM) und wird auch in Deutschland mehr und mehr bekannt.

Gleichzeitig wurde von Abram Hoffer und Humphry Osmond, biochemisch arbeitenden Psychiatern, die beruhigende Wirkung von hohen Dosen Niacin (Vitamin B3) entdeckt und die Orthomolekulare Psychiatrie entwickelt. Bei dieser neuen Methode werden Nährstoffe verwendet - die richtigen Moleküle, die unser Körper von Natur aus braucht: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, essentielle Aminosäuren und Fettsäuren und einige andere

  • hypoallergen, d.h. von besonderer Reinheit ohne allergene Zusätze - anstelle von körperfremden Medikamenten. Diese Erkenntnisse wurden auf die gesamte Medizin ausgedehnt (L. Pauling, C.C. Pfeiffer u.v.a.): OM Orthomolekularmedizin.

*Wiederentdeckt, denn das Wissen war schon seit Hippokrates immer wieder mal da.

Von 1884 stammt Meynert´s Klassifikation von psychischen Störungen:

1. klinische Formen durch anatomische Veränderungen

2. Ernährungsstörungen

3. Vergiftung(!)

1936 berichteten DK Henderson und RD Gillespie (GB) über eine Vielfalt von Ursachen und daß das Wissen darüber noch unvollständig sei. Es sei Tatsache, daß eine Ursache viele verschiedene klinische Bilder bei verschiedenen Personen produzieren kann. Es sei fast sicher, daß viele verschiedene Ursachen dieselben psychischen Symptome produzieren können. Symptome seien unwichtig. Es sei wichtig, die Störung zu verstehen. Die wichtigste Frage in der Psychiatrie sei die nach den Ursachen!

Was zu dieser Zeit bei uns los war, ist bei dieser Anhörung zur Sprache gekommen. Psychologie und Psychiatrie wurden inthronisiert als alleine zuständig für psychische Beschwerden. Das ist heute noch so („Abfallkorb” der Medizin), bis zur Zwangseinwei-sung (Psych KG) und Zwangsmedikation („Abspritzen”), teilweise mit unerprobten Mitteln (Menschenversuche) und immer noch Elektroschock, obwohl längst genügend neue Erkenntnisse vorliegen.

1977 schrieb A. Hoffer: Psychische Syndrome „unbekannter Ursache” ( „idiopathisch”) sind 1. vitaminabhängig 2. cerebrale Allergien (Gehirnallergien) 3. unbekannte Ursache* (eine ziemlich kleine Gruppe).

(* heute weitgehend geklärt nach Jeffrey Bland, 1996, USA)

1994 schrieb Gwynneth Hemmings,Vorsitzende der Schizophrenia Association, GB:

Diagnose-Systeme, die auf Symptomen beruhen, sind ein Irrtum! Unzuverlässige Systeme führen zu ungenauer Forschung. Neuroleptika verschleiern das Krankheitsbild.

Erfahrung in diesem Diagnose- und Therapie-Forschungsprojekt ist, daß 14% der untersuchten Patienten virale Infekte hatten (Masern, Grippe, Drüsenfieber), ca 50% und mehr Verdauungsprobleme, oft schon als Baby: bei Malnutrition (schlechter Ernährung) ist das Gehirn unterversorgt. Psychische Symptome scheinen Erscheinungsformen der Krankheit zu sein, die von Tag zu Tag, vom Morgen zum Abend wechseln. Sie verändern sich abhängig vom Essen, Trinken, der Bewegung und aus beliebig vielen Gründen.

Organische Störungen, die Symptome von „Schizophrenie” machen können, sind: cardiovaskuläre und endokrine Störungen, Infektionen, Lungenkrankheiten, Magen-Darm-Störungen (Zöliakie, Candida), Blutbildungsstörungen, Störungen im ZNS (Zentralnervensystem) und bei Malignität (Krebs).

1996 Jeffrey Bland (USA): Es besteht eine Beziehung zwischen:

neuronaler (Nerven-) Biochemie, Entgiftungsmechanismen, toxischer (Schadstoff-) Gesamtbelastung einerseits - und kognitiver und emotionaler Funktion.

Die Neuro (Nerven)- Biochemie wird durch Nährstoffe beeinflußt (sinnvolle Therapie!).

Als Ursachen für psychische Störungen wurden folgende beschrieben (Randolph, W.Rea, IHG und andere Selbsthilfegruppen und viele andere, siehe meine Literatur):

Ernährung (Nährstoffmängel, maskierte (versteckte) Allergien, Pestizid- und andere Schadstoffbelastung), Zahnfüllungen (Amalgam, Kunststoffe, Palladium, Kupfer (in unverträglichen Goldlegierungen), Wohngifte (PVC, Tabakrauch, Formaldehyd, Lösemittel, Pestizide in Holzschutzmitteln und Textilien..), Umwelteinflüsse („oxidativer Streß, freie Radikale”: Abgase, Radioaktivität, Pestizide, Elektrosmog, Schwermetalle), Stoffwechselstörungen (Pyrrolurie s.u., Hypoglykämie s.u. Schilddrüsenunterfunktion, Candida…), Hormone (erhöhen Kupfer), Organschäden, und Streß, auch psychischer.

Flüchtige Umwelteinflüsse (Düfte, Gase) treffen ungefiltert durch die Nase das limbische System im Gehirn und verändern das Verhalten und die Gefühle (Wilkenfeld 1991).

Jede Störung ist individuell. Die jeweiligen Ursachen (oft mehrere) müssen gefunden und ausgeschlossen werden. Das ist Detektivarbeit.

Psychische Störungen durch Holzschutzmittel (PCP, Lindan) wurden beschrieben (Lohmann 1979): Antriebsstörungen, depressive Verstimmung, innere Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, Angstzustände, Schlafstörungen, Hyperaktivität und viele mehr.

Störungen der Psyche werden bezeichnet als Depression, Psychose, Sucht, Autismus, Epilepsie, Hyperaktivität (auch Hypoaktivität), Kriminalität, Aggressivität, Eßstörungen, Müdigkeit, Schizophrenien….

Prinzipiell sind diese Symptome Zeichen für eine gestörte Ökologie des Organismus und bessern sich, wenn die Ökologie wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. Das kann gelingen auf der Basis von medizinischer Ökologie, Orthomolekularmedizin und Toxikologie.

Psychische Störungen sind reversibel, wenn man die Ursachen ausschließen kann.

Die Grundlage ist immer eine sorgfältige, abwechslungsreiche (Rotations-) Ernährung aus ökologischem Anbau (s. „Superernährung”) unter Berücksichtigung der maskierten Allergien (Therapiehindernis!).

Aus Zeitgründen kann ich diese neuen medizinischen Richtungen hier nicht ausführlich vorstellen und verweise auf meine Veröffentlichungen dazu.

Über zwei wichtige Stoffwechselstörungen berichte ich hier noch, weil sie bei uns kaum beachtet bzw. nicht bekannt sind: die Pyrrolurie als genetische Veranlagung und die Hypoglykämie, chronische Unterzuckerung, eine Störung des Zuckerstoffwech-sels, die Vorstufe von Diabetes.

Bei der Pyrrolurie findet man im Urin Kryptopyrrol, das mit Vitamin B6 (Pyridoxin) einen festen Komplex bildet, der Zink bindet und aus dem Körper ausschleust. Daraus resultiert der kombinierte Mangel an Vitamin B6 und Zink, zweier Schlüsselelemente, schon vorgeburtlich, und ist verantwortlich für typische Konstitutionsmuster wie ein schwaches Immunsystem (häufig kränkelnde Kinder), chemische Sensibilität, Hypoglykämie (Basis der Sucht, s.u.), Nahrungsmittelunverträglichkeiten (maskierte Allergien), blasse Haut (Pigmente sind zinkabhängig), früh graue Haare, Akne, Unfähigkeit, sich Namen zu merken, alleine zu sein, nein zu sagen, nervöse Erschöpfung (alles ist zu viel), Retardierung (Sonderschule, reversibel!!), fehlende Traumerinnerung (Kurzzeitgedächtnis ist B6-abhängig), weiße Flecken auf den Nägeln (Zinkmangel), morgendliche Übelkeit, Schwindel, schwindender Zahnschmelz ….

Die Symptome erscheinen bei Streß (Streß vermindert die Zinkverfügbarkeit!): Angst, Panik, Hektik, Chaos, Depression, Sucht, Suizidgefahr, Eßstörungen: Anorexie, Bulimie

Psychosen, Hyperaktivität, Aggressivität, Kriminalität, emotionales Verhalten von flach bis hysterisch, plötzliches Ausrasten, Angst vor Menschen, Schüchternheit, Wahrneh-mungsstörungen, Lernschwierigkeiten, Autismus, Schlaflosigkeit, Schizophrenie, Epilepsie u.a.

Die Therapie besteht in der Ergänzung von Vitamin B6 (aktives, P5P) und Zink,evtl. einiger anderer Nährstoffe, dazu eine allergenfreie, saubere (pestizidfreie!), vegetarische Ernährung (Fleischabbau verbraucht B6) und ökologische Lebensweise - ein Leben lang!

Hypoglykämie- chronischen Unterzucker - erkennt man im Glukosetoleranztest oder - besser- mit dem Spermintest, auch durch fortlaufende Einzelmessungen (Tagesprofil) bei hoher Amplitude der Werte. Doris Rapp, Buffalo, USA, empfiehlt, den Blutzucker am Tiefpunkt des Befindens zu messen (meistens kurz vor dem Essen).

Nach meiner Erfahrung ist Unterzucker relativ. Die Symptome zeigen sich bei einer großen Amplitude der Blutzuckerwerte.

Die Zuckerschwankungen machen Stimmungsschwankungen und zeigen sich in psychischen Symptomen: Abgeschlagenheit, Schwäche, Zittern, Ohnmacht, Reizbarkeit, Depression, Schwindel, ständiger Hunger, Eßstörungen, Vergeßlichkeit, Nervosität, Angst, Verwirrtheit, Konzentrationsmangel, kalten Händen und Füßen, Heißhunger, besonders auf Süßes, Kopfschmerzen …

und sind der Einstieg in die Sucht, die geprägt ist vom Verlangen nach Zucker, Coffein, Nikotin, Alkohol und harten Drogen!

Ursachen der Hypoglykämie sind: 1. Pyrrolurie 2. falsche Ernährung (Zivilisationskost mit viel Zucker und Weißmehl), dadurch Nährstoffmängel und maskierte Allergien

3. Streß (erhöht Adrenalin, das erhöht Insulin, das senkt den Blutzucker), 4. Umweltgifte stören endokrine Drüsen, 5. Tumoren, die Insulin produzieren, 6. Insulinüberdosierung (Diabetiker).

Folgen der Hypoglykämie können psychische Störungen sein: Schizophrenie, chronisches Müdigkeitssyndrom CFS), Hyperaktivität, Jugendkriminalität, Aggressivität, Epilepsie, Psychosen, Depressionen, Neurosen und alle Süchte.

Diese Störung zu erkennen ist also von fundamentaler Bedeutung für die Diagnose und Therapie von psychischen Störungen, Verhaltensstörungen und Sucht!

Die Therapie der Hypoglykämie erfordert „Superernährung” unter Berücksichtigung der maskierten Allergien und des gykämischen Index (Zucker und Stärke werden schlecht vertragen, machen Blutzuckerschwankungen mit großer Amplitude vom höchsten zum niedrigsten Wert). Mit Eiweiß und Gemüse bleibt der Blutzucker stabil. Dazu Wildkräuter, Meeresalgen, Olivenöl, Omega-3 Fettsäuren (Lein- und Fischöl), orthomolekulare Nährstoffe: GTF (Glukose-Toleranz-Faktor mit Chrom), Vitamin B-Komplex, Zink, Selen, Magnesium, Kalium und Bikarbonat in Form von Basosyx, Bullrich Vital, Rebasit, Alkala (zum Abstellen des Verlangens!). Regulation der endokrinen Drüsen (funktionelle Medizin, Regulationsmedizin).

…unter Meiden von Zucker, Coffein, Alkohol und Nikotin (Blutzuckerdestabilisatoren). Diese Therapie schließt den Suchtentzug mit ein.

Zum heutigen Thema Kinderpsychiatrie noch mein Beitrag über Hyperaktivität:

Dieses Syndrom umfaßt vielerlei Verhaltensauffälligkeiten wie

Ungeschicklichkeit, die Kinder fallen viel hin, sind besonders unfallträchtig, haben schlechte Koordination, Schlaflosigkeit, sie sind nervös, reizbar, aufgeregt, ungeduldig, leicht verletzbar, brechen leicht in Tränen aus, sind hochempfindlich gegen Gerüche, Geräusche, Licht, Schmerzen und Kälte, sie nässen ein, müssen eilig Wasser lassen, sie haben Magen-Darm-Probleme: Bauchweh, Übelkeit, Magenstörungen, Blähungen, schlechten Atem, Rülpsen, sich Übergeben, Durchfall oder Verstopfung.

Sie sind blaß mit dunklen Ringen oder Schwelllungen unter den Augen, haben Ohrenbeschwerden (Klingen, Entzündungen, Schmerzen, Ohrenschmalz), schwitzen stark oder haben niedriges Fieber.

Einige Kinder sind müde, schwach, geistig verwirrt, depressiv, hypoaktiv (unteraktiv, inaktiv), lethargisch.

Oft ist Hyperaktivität mit einer Lernbehinderung verbunden (Legasthenie) trotz eines normalen Intelligenzquotienten (IQ), z.B. eine spezifische Lernbehinderung, bei der bestimmte Fähigkeiten unterentwickelt sind wie hören, denken, sprechen, lesen, rechtschreiben oder rechnen. Das kann mit Pyrrolurie zusammenhängen (B6 und Zinkmangel), oder MCD (minimale cerebrale Dysfunktion) mit kurzer Aufmerksamkeits-dauer. Solche Kinder sind leicht ablenkbar, überaktiv, bewegen sich ziellos, sind impulsiv, platzen heraus mit allem, was sie denken, tun Dinge schneller, als sie denken können, bewegen sich plötzlich und verletzen sich dabei, haben Gefühlsprobleme, manchmal sind große Bewegungen problematisch: rennen, auf einem Bein hüpfen . Oft fehlt die feinmotorische Koordination. sie können keine Schuhe binden. Sprechen kann ein Problem sein: zu viel, zu schnell, zu laut…

Solche Kinder haben keine Freunde. Ein hyperaktives Kind ist kein glückliches Kind.

Für Gehirnschäden gibt es bisher keine Beweise. Manchmal sieht man Veränderungen im EEG, die durch Weglassen unverträglicher Nahrungsmittel verschwinden.

Die allgemeine Hauptursache sind Verstöße gegen die Naturgesetze: ein Leben, das

einer bestimmten Umwelt angepaßt ist, wird gestört durch rasante Umweltveränderun-gen. Diese Kinder sind krank an den „Errungenschaften” unserer Zeit, sie haben Allergien, sind vergiftet und unerträglich gestreßt und reagieren als „Bio-Indikatoren”.

Die Ursachen im Einzelfall herauszufinden, ist Detektivarbeit.

Zunächst ein Fallbeispiel: eine Psychose durch Milch

Ein 11jähriger Junge tobte und schrie in einer Psychose. Im Krankenhaus bekam er Valium, das nicht half, und sollte in die Psychiatrie eingewiesen werden. Seine Mutter bat mich um Rat. Auf meine Fragen hin erfuhr ich, daß ihr Sohn hyperaktiv von kleinauf und mit fünf Jahren schon einmal in der Psychiatrie war. Seine Lieblingsspeise war Kindergrießbrei (Zucker, Milch, Weizen). Vor Ausbruch der Psychose hatte er drei bis vier Tassen Milch getrunken. Ich schlug eine Ernährungsumstellung vor. Da kein Arzt gefunden wurde, um das Kind zu Hause zu betreuen, versorgte die Mutter ihren Sohn im Krankenhaus nach meinem Vorschlag und war so überrascht wie die Ärzte, daß er durch die Umstellung auf ausschließlich Rohkost (keine Milch und Getreideprodukte, maskierte Alklergie!) und zusätzlich Vitamine, besonders Vitamin C, mit viel reinem Wasser und alkalischem Pulver nach etwa sieben Stunden fast wieder normal war.

In einem späteren Test durch eine Heilpraktikerin erwies er sich als empfindlich gegen Milch, Glutengetreide und Nahrungsmittelzusätze. Milch (3-4 Tassen voll) hatte die Psychose ausgelöst. Bei bewußter ökologischer Ernährung (ohne seine Allergene) geht es ihm bis heute gut. Er besucht inzwischen das Gymnasium mit überdurchschnittlichem Erfolg. Solche Kinder sind oft sehr intellligent.

Nach Erfahrung von D. Rapp reagieren vier von fünf hyperaktiven Kindern auf Kuhmilch-produkte, ebensoviele auf Weizen und andere Glutengetreide: Zivilisationskost. Durch konsequentes Meiden dieser Nahrungsmittel verschwinden die Symptome in solchen Fällen. Ich empfehle sehr, ihr Buch zu lesen: Ist dies Ihr Kind? (Medi-Verlag).

Sie zeigt ganz deutlich, daß Hyperaktivität eine Umweltkrankheit ist.

In eindrucksvollen Videos hat sie ihre Erfahrungen dokumentiert und auch schon mehrfach in Deutschland gezeigt.

Im Schreibtest sieht sie die Reaktion auf Testsubstanzen: vor dem Kontakt, während der Exposition und nach dem Abschalten mit einer homöopathischen Verdünnung sich dramatisch verändern.

Orthomolekulare Therapieerfahrungen bei Hyperaktivität (aus Werbach)

  • Vitamin C und die Ernährung überhaupt sind für die Intelligenz von großer Bedeutung.

  • Mit vollwertiger, reiner Nahrung aus ökologischer Landwirtschaft verbessert sich das Befinden verhaltensgestörter Kinder.

-Magnesiummangel kann übermäßiges Zappeln verursachen, ängstliche Ruhelosigkeit, psychomotorische Instabilität mit Lernbehinderungen bei normaler Intelligenz, typische Symptome bei Hyperaktivität. In der Zivilisationskost ist wenig Magnesium enthalten.

  • Bei Zinkmangel wird Lernbehinderung beobachtet. Die Kinder können reizbar, weinerlich oder mürrisch sein. Zink ist notwendig für die Umwandlung von essentiellen Fettsäuren in Prostaglandin E1, einen Stimmungsaufheller. Zink ist an über 200 Enzymen beteiligt und zu niedrig in unserer Ernährung (wenig im Getreide, hauptsächlich in Meerestieren und -Pflanzen. Es kann sehr nützlich sein, Zink zu ergänzen (abends ).

  • der Vitamin B-Komplex ist häufig zu niedrig wegen des hohen Zucker- und Weißmehl-konsums.

  • Essentielle Fettsäuren - besonders Omega-3 (Lein-, Hanf- und Fischöl)
  • werden von Knaben mehr gebraucht als von Mädchen. Zucker erhöht den Bedarf daran.

Zucker:

  • eine 4 Jahre lange Diätstrategie wurde in einer Schule durchgeführt: Zucker, syntheti-sche Farben und Aromastoffe und andere Zusätze wurden vermindert (noch lange keine Vollwertkost!). Dies führte zu einer Steigerung des Leistungsranges der Schule um 16% gegenüber anderen. Vorher korrelierte dieser Leistungsrang negativ mit der Prozentzahl der Kinder, die in der Schule aßen, d.h. je mehr Kinder in der Schule aßen, desto niedriger war der Leistungsrang (Schoenthaler).

  • Zuckerverbrauch korrelierte deutlich mit Ruhelosigkeit.

  • Kinder mit Angst und Spannungssyndrom hatten ungewöhnlich große Vorlieben für raffinierte Kohlenhydrate: Zucker, weißes Mehl (Kuchen, Süßigkeiten, junk- und fast-food). 100 % der Eltern hatten ähnliche Probleme.

  • Doris Rapp zeigt, wie ein Kindergeburtstag mit Kuchen, Eis und anderen Naschereien (junk-food) aus braven Kindern eine Rasselbande macht. Ihr Gegenversuch: eine Obst- und Gemüse-Party mit aufmerksamen, konzentrierten Kindern, die große Freude an den Spielen hatten, ohne zu toben.

-70% der Eltern geben an, daß Hyperaktivität mit bestimmten Nahrungsmitteln zusammenhängt.

  • Doris Rapp beschreibt einige äußere Anzeichen für Allergien: zwei schräge Falten unter den Augen, eine Querfalte auf der Nase (vom Hochschieben, weil sie juckt), dunkle Ringe unter den Augen, rougeartige Wangenflecken und rote Ohrläppchen nach dem Verzehr eines allergenen Nahrungsmittels.

  • Nach einer Studie stehen chemische Zusatzstoffe der Nahrungsmittelindustrie heute an erster Stelle bei der Auslösung von Hyperaktivität (Egger 1985).

  • Manche Eltern unterscheiden Kekse mit und ohne Farbstoff am Verhalten ihrer Kinder. Hyperaktive Kinder sollen daher keinerlei Fertigprodukte aus der Industrie essen, da das Risiko nicht abschätzbar ist.

  • Antibiotika und Zucker sind die häufigsten Ursachen für Verdauungsbeschwerden bei Kindern.

  • Hyperaktive Kinder sind stärker drogengefährdet. Sie haben zu wenig Endorphine. Die Rezeptoren bleiben frei, das führt zu quälender Unruhe. Opiate besetzen diese Rezeptoren und vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit. Dadurch entstehen immer mehr Rezeptoren und immer mehr Unruhe. Die Dosis muß erhöht werden und es entsteht körperliche Abhängigkeit.

Stoffwechselstörungen.

Wenn Kinder besonders vor dem Essen schlimmer sind, deutet das auf Hypoglykä-mie. Schlechte Schulleistungen können die Folge sein.

Vielerlei Verhaltensauffälligkeiten hängen mit der Pyrrolurie zusammen (s.o.). Süßverlangen kann auch mit Candida zusammenhängen. Kinder, die kein Fieber kriegen, haben Untertemperatur, ein Hinweis auf Schilddrüsenunterfunktion. Oft haben sie die von der Mutter.

Schwermetalle:

  • Legasthenische Kinder hatten erhöhte Kupferspiegel (Trinkwasser?). Kupferbelastung führt zu Zinkmangel.

  • Manganspiegel warenn erhöht bei Lernbehinderung. Baby-Flaschennahrung enthält 3 bis 100mal soviel Mangan wie Muttermilch.

  • Blei in geringer Konzentration hängt deutlich mit Hyperaktivität zusammen („Bleikinder”)

Cadmium kommt aus Tabakrauch.

  • Eine Familie kam mit ihren zwei Töchtern zu mir. Die 10jährige war hyperaktiv, die 6jährige nicht. Der Vater berichtete, daß er vor 8 Jahren aufgehört hat zu rauchen.

  • Ein Heilpraktiker berichtet, daß er bei 80% seiner hyperaktiven Patienten Nikotin im Blut findet.

Neonlicht, elektromagnetische Felder, Lärm, Farben und andere Umwelteinflüsse können zur Hyperaktivität beitragen.

Ein schlimmes Kind ist ein krankes Kind und braucht eine individuelle Therapie, die sich an den Ursachen orientiert:

Superernährung, Entgiftung (besonders Amalgam, schon von der Mutter!), spezielle Nährstoffe (Nahrungsergänzung) und lebenslange Vorsorge durch ökologische Lebensweise sind die Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung, das heißt: giftfreie Nahrung (Naturkost), sauberes Wasser, saubere Luft, giftfreie Wohnung und Kleidung.

Es gibt kein Kind, dem Ritalin fehlt, denn Ritalin ist keine orthomolekulare Substanz. Es ist ein Psychopharmakon mit erheblichem Suchtpotential und fällt deswegen unter das Betäubungsmittelgesetz. In der Roten Liste stehen folgende unerwünschte Nebenwirkungen: Muskeltremor, psychomotorische Erregungszustände, Abhängigkeit, Herzklopfen, ventrikuläre Herzrhythmusstörungen, pectanginöse Beschwerden, Schlaf-störungen, Nervosität und Appetitverlust, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, Schweißausbruch, Dyskinesien, Akkomodationsstörungen, verschwommenes Sehen, Choreoathetose, Tics bzw. deren verstärkung, Tourette-Syndrom, toxische Psychose, gastrointestinale Störungen, Hyper- oder Hypotonie, hautreaktionen, Fieber, Arthralgie, Alopezie, vereinzelt Leukopenie, Thrombopenie, Anämie, reduzierte Gewichtszunahme und geringfügige (?) Wachstumshemmung bei Kindern. Auch das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt sein.

Mit Ritalin werden Kinder nur ruhiggestellt. Ihre Probleme werden nicht gelöst.

Psychisch Kranke gehören in Ernährungs- und umweltmedizinische Behandlung.

Literatur :

Psychische Störungen durch Ernährung und Umwelt 1996

Das Immunsystem - unser 6. Sinn. (1995) Umwelteinflüsse und wie wir uns dagegen schützen können .

Superernährung mit Rezepten ohne Milch- und Glutenprodukte (1999).

Krank durch Pestizide? 1998