Blutgruppenernährung

Blutgruppenernährung - welches Essen passt zu meinem Typ?

Der amerikanische Naturheilpraktiker Peter J. D’Adamo veröffentlichte im Jahr 1996 das erste Modell seiner Blutgruppenernährung, welches später ergänzt und weiterentwickelt wurde zur Genotype-Diät. Es geht bei der Blutgruppenernährung nicht in erster Linie ums Abnehmen, sondern um eine gesunde Ernährung, die zu der jeweiligen Blutgruppe des Menschen passt. Bestimmte Nahrungsmittel werden als gesundheitlich günstig und andere als schädlich eingeordnet.

Welches Konzept steht hinter der Blutgruppenernährung?

Forscher erkannten zu Beginn des 20. Jahrhunderts, dass sich die roten Blutkörperchen durch bestimmte Proteine an ihrer Oberfläche unterscheiden. Der Körper des Menschen bildet Antikörper gegen alle Antigene, die nicht auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen präsentiert sind. Vor der Entdeckung der Blutgruppen scheiterten alle Versuche von Bluttransfusionen durch die antikörperbedingte Verklumpung des Blutes.

Das wichtigste und als erstes entdeckte Blutgruppensystem ist das AB0-System, bei dem das Vorhandensein der beiden Antigen-Typen A und B unterschieden wird. So hat zum Beispiel Blutgruppe 0 weder A noch B als Antigen.

Verschiedene Proteine, die häufig in Nahrungsmitteln vorkommen, die sogenannten Lektine, sollen mit der Nahrung ins Blut gelangen und dort mit den Antigenen des Blutgruppensystems reagieren und dadurch zu einer Verklumpung des Blutes führen. Durch die Anwendung der Blutgruppenernährung können die schädlichen Lektine zuverlässig gemieden werden, was gleichzeitig vorbeugend gegen die Entstehung einer Vielzahl von Krankheiten wirken soll.

Die Blutgruppenernährung in der wissenschaftlichen Kritik

Ernährungswissenschaftler kritisieren an der Blutgruppenernährung zunächst, dass die Nährstoffversorgung einseitig sei. So enthalten beispielsweise die empfohlenen Nahrungsmittel für die Blutgruppe 0 zu wenige Ballaststoffe und Kohlenhydrate. Vieles von dem, was als wissenschaftliche Fakten darstellt wird, entbehre bis heute echter Beweise.

Zudem gebe es bislang keine schlüssigen Daten darüber, wo und wann sich die einzelnen Blutgruppen entwickelt haben. Knochenfunde unsrer Vorfahren erlauben nur in seltenen Einzelfällen die Bestimmung der Blutgruppe, so dass daraus keine sicheren Aussagen abgeleitet werden können. Der Theorie, dass Blutgruppe 0 die ursprüngliche Blutgruppe ist, steht der aktuelle Stand der Wissenschaft entgegen, der jedoch eher darauf hin deutet, dass die frühen Jäger und Sammler eher der Blutgruppe A angehörten.

Ebenso wird bezweifelt, dass Lektine aus der Nahrung das Blut verklumpen könnten. Bislang konnte nur für wenige Lektine aus Nahrungsmitteln überhaupt ein Übergang ins Blut nachgewiesen werden (Erdnüsse, Tomaten und Weizenkeime). Selbst eine geringfügige Verklumpung, müssten in Gewebeproben erkennbar sein. Solche Spuren einer angeblichen Verklumpung durch Lektine seien jedoch bis heute nirgendwo beschrieben worden.

Im menschlichen Körper werden sogar selbst Lektine gebildet, von denen. Dennoch scheinen diese körpereigenen Lektine keinerlei schädlichen Auswirkungen zu haben, obwohl diese im Reagenzglas mit Antigenen der roten Blutkörperchen verklumpen.

Argumente zur Verteidigung der Blutgruppenernährung

Die Barrierefunktion der gesunden Darmschleimhaut ist bei chronisch erkrankten Menschen nicht mehr intakt. Bei Patienten mit Leaky Gut Syndrom besteht doch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass nicht unerhebliche Mengen an Lektinen aus der Nahrung in die Blut- und Lymphbahn gelangen. Wenn auch nicht eine Verklumpung des Blutes resultiert, ist es durchaus denkbar, dass es durch Geldrollenbildung und Adhäsionseffekte zu zellulären Funktionseinbussen kommen kann, ohne dass eine messbare Verklumpung stattgefunden hat. Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass Patienten mit reduziertem Gesundheitszustand von der Blutgruppenernährung deutlich profitieren, wärend junge und gesunde Menschen keine Veränderung feststellen können.

Die Kritik der unzureichenden Versorgung mit Ballaststoffen und Kohlehydraten ist aufgrund neuerer Studien nicht länger haltbar (siehe Logi-Diät, Metabolic Balance)

Welche Eigenschaften werden den einzelnen Blutgruppen zugeschrieben?

Blutgruppe 0

Die Blutgruppe Null (0) gilt als älteste Blutgruppe, die man kennt.

Vor 40000 bis 50000 Jahren, als die ersten Menschen die Erde bevölkerten existiere nur die Blutgruppe Null (0).
Ihr Ursprung wäre in Afrika, aber auf ihrer beständigen Suche nach fleischhaltiger Nahrung kamen sie bis nach Europa und Asien.

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Blutgruppe A

Zwischen 25000 und 15000 v.Chr. entwickelte sich die Blutgruppe A. Zu dieser Zeit begannen die Menschen, Getreide anzubauen und Tiere zu halten. Die Jagd war nicht mehr die primäre Nahrungsbeschaffungsmethode.

Der Anbau ermöglichte eine Sesshaftwerdung und führte zur Bildung von Ansiedlungen und Ortschaften. Die Menschen ernährten sich jetzt vermehrt von Getreide.

Durch den Wechsel der Ernährungsgewohnheiten adaptierte sich der Verdauungstrakt und das Immunsystem, um die neue Nahrung besser verwerten zu können.

Durch das neue Zusammenleben der Menschen kam es häufiger zu infektiösen Krankheiten. Weil die Blutgruppe A ist viel resistenter ist als Blutgruppe 0 gegen bakterielle und virale Krankheiten, setzte diese sich schnell durch.

Vom mittleren Osten über das südwestliche Asien kam die Blutgruppe A bis ins westliche Europa. In Europa nimmt nach Westen hin, die Häufigkeit der Blutgruppe A ab.

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Blutgruppe B

Zwischen 15000 und 10000 v.Chr. entwickelte sich in der Region des Himalaja die Blutgruppe B.

Vermutlich mutierte die Blutgruppe 0 zur Blutgruppe B aufgrund der klimatischen Unterschiede der heißen afrikanischen Wüste im Gegensatz zu den kalten Regionen der himalayanischen Hochebene.

Laut Blutgruppenernährung hat der B-Typ das genetische Potential für eine große Ausdruckskraft und Kreativität.

Die wichtigsten Hindernisse, für eine optimalen Gesundheit des B-Typs ist die Tendenz, in Stresssituationen übermäßigl Cortisol auszuschütten sowie eine Überempfindlichkeit gegenüber Lektinen von einzelnen Nahrungsmitteln.

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Blutgruppe AB

Nur etwa 4% der Bevölkerung hat die Blutgruppe AB. Laut Blutgruppenernährung soll sie sich erst vor 1000 Jahren entwickelt haben.

Der AB-Typ passt weder in die eine, noch in die andere Kategorie. Verschiedene Antigene machen Menschen mit der Blutgruppe AB manchmal eher A- , dann aber wieder der Blutgruppe B ähnlich.

Das Immunsystem von Menschen mit Blutgruppe AB sei laut Blutgruppenernährung sehr viel weiter entwickelt als jenes von den Blutgruppen A und B. Das Immunsystem sei besser in der Lage, Antikörper gegen Mikroorganismen wie Bakterien und Viren und den damit einhergehenden Krankheiten zu entwickeln.

Das sie keine Anti-A und Anti-B Antikörper besitzen, ist auch das Risiko einer Autoimmunerkrankung geringer.

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Für die einzelnen Blutgruppen werden folgende Lebensmittel empfohlen:

Blutgruppe 0: Der Fleischesser. Milchprodukte verträgt er nur schlecht. Auch einige Hülsenfrüchte und Getreidesorten, z. B. Bohnen und Linsen, sind für den Stoffwechsel ungeeignet, während Obst und Gemüse gut verträglich sind. Insgesamt sind tierische Proteine wie Fleisch und Fisch zu empfehlen.
 
Blutgruppe A sollte eine vegetarisch betonte Ernährung mit viel Getreide, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst bevorzugen. Zurückhaltung ist bei Fisch und Milchprodukten geboten.

Blutgruppe B verträgt Lamm, Wild, Hammel und Tiefseefische wie Lachs und Kabeljau besonders gut. Hühnerfleisch und Schalentiere sollten gemieden werden und Getreide und Hülsenfrüchten reduziert verzehrt werden. Milch, Gemüse und Obst sind gut verträglich.

Blutgruppe AB sollte vorwiegend auf vegetarische Kost zurückgreifen. Gelegentlich sollten auch Fleisch und Milchprodukte verzehrt werden.

Die Blutgruppenernährung wurde mitlerweile weiterentwickelt. Eine genauere Typisierung wurde von Peter J. D’Adamo als Genotype-Diät veröffentlicht. Weitere Informationen hierzu sind in Vorbereitung ...