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Knorpelschaden im Kniegelenk

Was ist ein Knorpelschaden?

Gelenke verbinden die unbeweglichen Knochen unseres Körpers miteinander und garantieren, dass wir uns bewegen können – damit an einer Schnittstelle zwischen zwei Knochen, einem Gelenk, keine harten Knochen aufeinander reiben, ist eine Art Polsterschicht zwischen den Knochen aufgebracht: der Knorpel. Er ist zwischen zwei und acht Millimetern dick und elastisch; im Fall des Kniegelenks auch belastbarer als beispielsweise im Fall der Bandscheibe. Von einem Knorpelschaden spricht man, wenn der Knorpel unfall – oder degenerationsbedingt verletzt, beschädigt oder gebrochen ist.

Wie kommt es zu einem Knorpelschaden im Kniegelenk?

Wie bereits geschrieben, gibt es im Großen zwei Möglichkeiten der Entstehung eines Knorpelschadens: eine Unfallverletzung oder die Abnutzung. Es ist wichtig, diese Unterscheidung einzuhalten, da die Therapiemöglichkeiten meist sehr unterschiedlich sind.

Bei einem Knorpelschaden aufgrund eines Unfalls, wie es zum Beispiel oft bei Sportverletzungen der Fall ist, bricht in aller Regel ein Stück des Knorpels aus der restlichen Knorpelmasse heraus, wobei letztere oft unbeschädigt ist. Das herausgebrochene Stück kann dabei einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern erreichen. Derartige Knorpelverletzungen können beispielsweise bei Gelenkverdrehungen, Prellungen, Stürzen, Zusammenstößen oder anderen (Sport-) Verletzungen auftreten, allerdings auch im Alltag; beispielsweise bei einem Sturz von der Treppe.

Die degenerative Abnutzung des Kniegelenks tritt hingegen nicht spontan ein, sondern ist das Ergebnis eines jahrelangen Prozesses; man nennt sie auch Arthrose. Die Gründe dafür sind vielfältig: neben falscher Körperhaltung können X– oder O–Beine, Verletzungen am Miniskus oder Kreuzband, auch Rheuma, Gicht oder Übergewicht die natürlichen Alterungsprozesse verstärken. Dabei gilt zu bemerken, dass der Knorpel des Menschen einer natürlichen Abnutzung unterworfen ist und daher gewöhnlich eher Menschen ab dem 40., wenn nicht sogar 60. Lebensjahr von derlei Verletzungen betroffen sind. Die genetische Veranlagung dazu spielt ebenfalls eine enorme Rolle.

Man unterteilt die degenerative Entwicklung in vier Stadien. Im ersten Stadium verfärbt sich der Knorpel und weicht auf, im zweiten Stadium bilden sich Risse im Knorpel und er wird allmählich aufgefasert. Im dritten Stadium ist die Knorpelschicht nur noch halb so dick wie in gesundem Zustand und der Körper ist nicht mehr in der Lage, die Verletzung selber zu heilen, außerdem reichen die Verletzungen bereits bis zum Knochen. Im vierten, beziehungsweise Endstadium, ist der Knorpel vollständig zerrieben: Der Knochen liegt frei und reibt an anderen Knochen.

Wie bemerke ich einen Knorpelschaden im Kniegelenk?

Einen unfallbedingten Knorpelschaden nimmt man für gewöhnlich selber in aller Deutlichkeit wahr. Starke stechende Schmerzen, besonders bei fortsetzender Belastung (sofern überhaupt möglich), sind ein typisches Indiz für eine Verletzung und werden von Betroffenen meistens sehr gut wahrgenommen. Ein Besuch beim Arzt verschafft letztendlich Klarheit.

Einen Knorpelschaden degenerativer Natur nimmt man meistens erst ab dem dritten oder vierten Stadium wahr. Bis zu diesem Zeitpunkt funktioniert das Gelenk meistens entweder noch schmerzfrei, oder aber die Schmerzen sind nicht alarmierend genug, als dass ein Arzt aufgesucht werden würde. Auch hier gilt: Stechende Schmerzen im Gelenk sind ein wichtiger Hinweis, müssen allerdings nicht eindeutiges Indiz für einen Knorpelschaden sein. Besonders beim Beugen des Knies sollte man auf Schmerzen achten. Es gilt dann genauso wie bei Sportverletzungen, einen Arzt aufzusuchen, um klare Verhältnisse zu schaffen. Je früher ein Knorpelschaden bemerkt wird, desto zahlreicher und vielversprechender sind die Therapiemöglichkeiten.

Ist ein Knorpelschaden im Kniegelenk gefährlich?

Ob oder wie gefährlich ein Knorpelschaden im Kniegelenk ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Es ist unter anderem entscheidend, um welche Art Schaden es sich handelt, in welchem Stadium er sich befindet und wie groß, beziehungsweise tief, die betroffene Fläche ist. Erschwert wird das Ganze durch die Tatsache, dass ein Knorpelschaden im ersten oder zweiten Stadium an sich keiner Behandlung bedarf und von Betroffenen oft auch noch gar nicht als störend wahrgenommen wird, auf der anderen Seite Knorpelschäden späterer Stadien allerdings viel weniger Behandlungsmöglichkeiten bieten. Daher muss man dann mit einer Behandlung beginnen, wenn man sie subjektiv gesehen noch gar nicht benötigt – für viele ein Paradoxon.

Die Gefahr, die ein Knorpelschaden mit sich bringt, ist letztendlich der Knorpelschwund im vierten Stadium. Dieser ist nicht nur mit schweren Schmerzen, sondern auch mit stark eingeschränkter Mobilität verbunden. Dem gilt es frühzeitig entgegenzuwirken.

Was kann ich tun, um einem Knorpelschaden vorzubeugen oder ihn zu kurieren?

Bei der Vorbeugung gilt es vor allem, die Gelenke zu entlasten. Dies kann man beispielsweise mit gezieltem Muskeltraining, im Fall des Kniegelenks, besonders der Oberschenkelmuskulatur erreichen. Auch Dehnübungen können helfen.

Sportliche Betätigung ist grundsätzlich gut, wobei die Sportart entscheidend ist. Optimal schützen können Sie Ihr Kniegelenk durch Radfahren: dadurch werden alle Muskelgruppen rund um das Gelenk trainiert, ohne es unnötig zu belasten. Somit verbessern Sie nicht nur die Stabilität Ihres Halteapparates, sondern tun auch noch etwas für Ihre Figur. Das tun Sie zwar auch mit Laufen – dennoch ist Laufen keineswegs knieschonend, in der Regel eher das Gegenteil. Sollten Sie sich dennoch für das Laufen entscheiden, achten Sie auf gute Schuhe, vorzugsweise nach professioneller Beratung ausgewählt, und auf eine Strecke, die nicht über zu harten oder zu weichen Boden führt. Vorsicht gilt auch beim Skifahren: Es eignet sich hauptsächlich für Leute, die das ganze Jahr über Gesäß – und Oberschenkelmuskeln trainieren. Im Zweifelsfall ist es besser für die Gelenke, auch des Knies, ein paar Bahnen zu schwimmen – damit unterstützen Sie auch gleich Ihren Rücken. Für alle Sportarten gilt: Wechseln Sie Belastungs – und Ruhephasen wohlbedacht ab.

Ebenfalls hilfreich zur Schonung ist die Reduzierung von Übergewicht. Dazu dienen in den meisten Fällen besagte Sportarten in Kombination mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Bedenken Sie, dass jedes Kilogramm von Ihren Knien getragen werden muss. Studien belegen, dass eine Gewichtsreduzierung Knieschmerzen nachweislich mindern kann.

Verrichten Sie so viele Arbeiten wie möglich im Stehen, dadurch trainieren Sie ihre Beinmuskulatur und bewahren die Aktivität des Körpers. Ebenso sollten Sie auf ausreichend Bewegung, vorzugsweise im Stand, achten. Dabei kann es schon hilfreich sein, die Treppe statt des Aufzuges zu nehmen oder den Gang zum Supermarkt zu Fuß statt mit dem Auto zu erledigen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Bandbreite der Therapiemöglichkeiten ist abhängig von der Art und dem Ausmaß des Schadens. Daher sind nicht alle der hier genannten Methoden für jeden geeignet, sondern sollten in Absprache mit Ihrem Arzt ausgewählt werden. Dazu wird er zunächst eine Gelenkspiegelung vornehmen, um eine aussagekräftige Diagnose stellen zu können und anschließend mit Ihnen die möglichen Therapien besprechen.

Beim Debridement, der sogenannten Gelenksäuberung, werden ausgefranste Fasern des Knorpels abgeschliffen, damit diese nicht weiter einreißen. Das gibt dem Knorpel zwar nichts von seiner ursprünglichen Größe wieder, kann aber den Verschleißprozess verlangsamen und manchen schlimmeren Schäden vorbeugen.

Es gibt auch Ansätze, besonders bei starkem Knorpelschwund, den Körper wieder zu neuer Knorpelbildung zu bringen. Diese Ansätze sind in der Stammzellentechnik verwurzelt. Alternativ werden dem Körper Knorpelzellen entnommen, die dann im Labor zu einem neuen Knorpelvlies aufgebaut werden und dann in den Körper wiedereingesetzt werden.

Selbst wenn der Knochen frei liegt, kann man noch auf körpereigene Prozesse zugunsten der Therapie zurückgreifen: bohrt man den Knochen an mehreren Stellen auf, tritt Blut aus, welches dann einen Tropf bildet und als „Ersatzknorpelgewebe” dienen kann. Dieses ist allerdings dem natürlichen Knorpel an Belastbarkeit unterlegen.

Ein Verfahren, welches sich OATS nennt, entnimmt Knorpelgewebe aus weniger belasteten Körperbereichen, um es an der beschädigten Stelle einzusetzen. Dieses Verfahren ist selbstverständlich durch die natürlichen Ressourcen begrenzt.

Kommt keine dieser Therapiemöglichkeiten in Frage, so kann ein künstliches Kniegelenk oder künstliches Knorpelgewebe eingesetzt werden. Dieser Schritt wird jedoch meistens erst bei älteren Patienten vollzogen, da die Kunststoffe eine Haltbarkeit von 10-15 Jahren haben und die Operation samt Einsetzen dann wieder neu vollzogen werden muss. Daher ist diese Lösung gerade für junge Menschen oft nicht die optimale, auch wenn sie für manche zunächst sehr bequem erscheinen mag.

1255 Wörter, diese hier nicht mitgezählt. Ich habe die Therapiemöglichkeiten zusammengefasst und gekürzt, um den Umfang nicht zu sprengen. Ok so?

Quellen:

http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/fitness/knie/knorpelschaden_aid_4637.html

http://www.sportklinik.de/kniearthrose_knorpelregeneration.html

http://www.netzathleten.de/Sportmagazin/Gesundheitsratgeber/Was-lange-waehrt-tut-endlich-weh-Knorpelschaden-im-Knie/1830203110074517769/head

http://www.ortho-praxis.ch/knorpelschaden.php

http://www.main-netz.de/nachrichten/serien/gelenk-gesundheit/art11674,304888

http://sportmed-linz.at/Artikel/Knie/Der-Knorpelschaden/Der-Knorpelschaden-im-Kniegelenk

http://www.medfuehrer.de/Knorpelschaden-und-Arthrose-im-Knie-Hintergrund.html

http://www.apotheken-umschau.de/Jogging/Laufserie-Teil-8-Zu-weicher-Boden-schmerzt-beim-Joggen-53030.html