Zeckenbiss - Rötung der Haut

Zeckenbiss - Rötung der Haut - wann zum Arzt gehen?

Wenn nach einem Zeckenbiss eine Rötung der Haut auftritt, steht eine folgenschwere Entscheidung an: sind Antibiotika erforderlich sind oder nicht, um eine beginnende Borreliose im Frühstadium (Stadium I) so zu behandeln, dass möglichst keine chronische Verlaufsform aus der Infektion entstehen kann. In Anbetracht der häufigen chronischen Verlaufsformen einer Borreliose trotz herkömmlicher antibiotischer Behandlung macht es Sinn, gleich zu Anfang eine kompetentes Antibiotikum in der erforderlichen Dosis und Therapielänge anzuwenden, und zugleich eine Optimierung der Leistungsfähigkeit des Immunsystems in Betracht zu ziehen.

 

Zeckenbiss - Rötung der Haut

 

Was ist nach einem Zeckenbiss mit Hautrötung zu beachten?

Folgende Punkte helfen, richtige Entscheidungen und Massnahmen zu treffen:

  • eine leichte Rötung der Haut im Bereich der Einstichstelle nach einem Zeckenbiss ist im Sinne einer Sofortreaktion harmlos zu werten.
  • Falls nach einem Zeckenbiss im weiteren Verlauf eine zunehmende Rötung der Haut oder gar Entzündungen an der Einstichstelle auftreten, ist es erforderlich zum Arzt zu gehen. Auch dann, wenn Wochen später eine wandernde Rötung der Haut (Erythema migrans) an anderen Körperregionen sichtbar wird.
  • In der Regel treten frühestens 7 Tage nach einem Stich die Zeichen einer zeckenübertragenen Infektion  auf.
  • Eine beginnende Borreliose verläuft nicht immer mit einer Rötung im Bereich der Stichstelle. Nur in etwa der Hälfte der Fälle tritt diese charakteristische Rötung der Haut auf, die falls sie auftritt nach etwa 7 Tagen zu beobachten ist und sich langsam mit etwa 3-5 mm/Tag ausbreitet
  • In seltenen Fällen beginnt die Infektion mit grippeartigen Symptomen und Muskelschmerzen nach ein bis zwei Wochen. Sie sollten auch dann zum Arzt gehen!
  • Bluttests machen frühestens nach drei Wochen Sinn. Die Aussagekräftigkeit der Antikörpertests ist bei bereits bestehender Borreliose ohnehin sehr gering und liegt meist unter 50%.
  • Auf keinen Fall darf die Therapie einer wandernden Rötung der Haut vom Ergebnis einer Blutuntersuchung abhängig gemacht werden!

Antibiotische Therapie der Borreliose im 1. Stadium
(wandernde Rötung der Haut, Erythema migrans und Borrelienlymphozytom)

Bei Erwachsenen:

  • Doxycyclin 2-3 x 100 mg/20 Tage oder
  • Amoxicillin 3 x 750 - 4 x 1 000 mg/20 Tage
  • Cefuroximaxetil 2-3 x 500 mg/20 Tage
  • Azithromycin 500 mg/10 Tage

Bei Kindern:

  • Amoxicillin (3-4 x tgl. 15 mg/kg KG),
  • Cefuroximaxetil (2-3 x tgl. 6 mg/kg KG),
  • Azithromycin (1x tgl. 6 mg/kg KG)

Bei Schwangeren:

  • Amoxicillin 3 x 750 - 4 x 1 000 mg/20 Tage
  • Cefuroximaxetil 2-3 x 500 mg/20 Tage

Rahmenbedingungen für ein starkes Immunsystem schaffen

Der Erfolg einer antibiotischen Therapie ist ohne gleichzeitig vorhandene Immunkraft wenig aussichtsreich. Denkbar ungünstige Bedingungen liegen zum Beispiel vor, wenn die Kinder mit Zeckenbiss und übernächtigt vom Zeltlager kommen oder wenn die Infektion in einer Phase starker beruflicher Überlastung oder emotionaler Spannung geschieht.

Thermotherapie zur Stärkung des Immunsystems

Einen ausgesprochen kräftigen Effekt auf das Immunsystem hat die konsequent durchgeführte Thermotherapie. Kaum eine immunstimulierende Substanz aus der Naturheilkunde hat eine so stark aufbauende Wirkung auf das Immunsystem wie die richtig durchgeführte Thermotherapie. Dabei ist nicht die hohe Intensität sondern eine möglichst langfristige Einwirkzeit der Wärme ist entscheidend.

Mit einfachen Mitteln kann zuhause eine kostenlose "Bio-Infrarot-Kabine" für Daueranwendungen eingerichtet werden. Dies geschieht durch Reflexion (Rückspiegelung) der körpereigenen Infrarotstrahlung mittels warmer Decken, welche mit Abstand die gesündeste Art von Infrarotstrahlung darstellt. Recht einfach durchführbar ist beispielsweise ein warmes Erkältungsbad gefolgt von einer Ruhezeit, eingewickelt in warmen Decken einschließlich des Kopf und Halsbereiches mit seinen wichtigen Lymphknotenregionen. Wer die Thermotherapie gerne täglich einsetzen möchte und nicht jedes mal ein Bad nehmen will kann sich auch am Abend, wenn Ruhe einkehrt in warme Decken hüllen und zwei bis drei Wärmflaschen mit einpacken, damit die "Betriebstemperatur" für das Lymphsystem zügig erreicht wird.

Ebenso wie Wärme, kann auch Kälte gezielt zur Stärkung der Abwehrkraft eingesetzt werden. Während die Wärme sanft und lang dauernd angewandt werden soll, sind Kaltanwendungen nur als kurze kräftige Impulse hilfreich. Je schwerer der Krankheitszustand, desto kürzer und schonender die Impulse.

Insgesamt lässt sich die Thermotherapie mit folgender Formel zusammenfassen: Im Zähler steht die Wärme, welche  sanft und langfristig eingestetzt wird, während im Nenner die Kaltanwenungen stehen, welche als kurze und kräftige Impulse anzuwenden sind.

Ernährungsmedizin und Vitalstoffe für den Immunaufbau

Schwere und unverträgliche Mahlzeiten bewirken durch den Stress im Darm-Lymph-System ein vorübergehendes Immundefizit von einigen Stunden. Borrelien sind in der Lage, dieses vorübergehende "Immunloch" aggressiv auszunützen und feiern eine "Party". Wie ein Sportler vor seinem Wettkampf keine schwer verdauliche Nahrung zu sich nimmt, kann eine Optimierung der Immunfunktion durch mehrere kleinere Mahlzeiten erreicht werden, die jeweils hochwertige Eiweiße und Öle sowie Vitalstoffe enthalten sollten. Kohlenhydrate in Form von zuckerhaltigen Getränken und Speisen sowie vorgefertigte Produkte aus der Nahrungsmittelindustrie sollten gemieden werden, vor allem auch industriell verarbeitete Mehlprodukte, weil der Enzymfaktor in der Regel negativ verändert wird.

Möchten Sie Rahmenbedingung schaffen, die Ihr Immunsystem zu Höchstleistungen befähigt, dann versuchen Sie vor allem frisch verarbeitete und möglichst nur kurz erhitzte Gemüse und Vollkorngetreide zu bevorzugen. Obst ist zwar vitalstoffreich, jedoch stellt der enthaltene Fruchtzucker nicht selten (ca. 30% der Bevölkerung) eine Belastung dar. Obst wird am leichtesten verdaut, wenn es in kleinen Portionen über den Tag verteilt zu sich genommen wird. Näheres finden Sie unter Ernährung bei Nebennierenschwäche oder gesunde Ernährung mit Enzymen.

Bewegungstherapie bei Borreliose

Ebenso wichtig und effektiv wie die Thermotherapie ist die Bewegungstherapie zur Steigerung der Abwehrkraft bei der Behandlung der Borreliose. Während Überforderung beim Sport durch die nachfolgende Erschöpfung zu einer Schwächung des Immunsystems und damit Rückschlag bei der Behandlung der chronischen Borreliose führen, sind kleine tägliche Belastungseinheiten hervorragend geeignet, den gesamten Stoffwechsel samt Immunsystem zu stabilisieren.

Hormontherapie bei Borreliose

Häufig sind bei jungen Borreliosepatienten mit eingeschränkter Vitalität sehr niedrige Hormonspiegel, darunter Testosteron, Estradiol und Progesteronspiegel festzustellen, nicht selten wie bei achtzigjährigen Senioren! Eigentlich ohne Ausnahme besteht in solchen Fällen gleichzeitig auch eine Nebennierenschwäche in fortgeschrittenem Stadium. Erklärbar ist diese Beobachtung durch den Dauerstress im Stoffwechsel und Immunsystem. Durch die natürliche Hormontherapie kann der Genesungsprozess erheblich beschleunigt werden, weil Immunsystem und Stoffwechsel ohne eine funktionsfähige hormonelle Steuerung erheblich beeinträchtigt sind.

Weitere Informationen zu Symptomen und Therapie der Borreliose ...