Lungenentzündung - Symptome und Behandlung

Zu spät erkannt ist sie besonders gefährlich:
Lungenentzündung - Symptome und Behandlung

Wie stark ist mein Immunsystem?



Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist nicht ohne weiteres direkt erkennbar, denn es gibt verschiedene Verlaufsformen und auch die Symptome variieren sehr häufig. Je nachdem, welcher Auslöser zu einer Lungenentzündung geführt hat und wie das Immunsystem des Betroffenen reagiert, können vor allem zu Beginn ganz unterschiedliche Krankheitsbilder in Erscheinung treten.

Erkrankungsbeginn einer Lungenentzündung - Symptome, die typisch auftreten (Leitsymptome):

  • erhöhter Puls
  • schnelle Atmung (schneller als 30 mal in der Minute)
  • allgemeine Schwäche und Appetitverlust
  • Husten
  • Temperaturerhöhung (nicht immer Fieber)
  • gegebenenfalls atemabhängige Schmerzen im Brustkorb

Während sich eine bakterielle Lungenentzündung klassischerweise durch plötzliches Fieber, Schüttelfrost, Husten und eitrigen Auswurf äußert, beginnt eine so genannte atypische Lungenentzündung wie ein harmloser viraler Infekt und ist deshalb auch für einen Arzt schwerer zu erkennen. Bei schleichendem Beginn ist eine Lungenentzündung auf den ersten Blick nur schwer von einer Bronchitis zu unterscheiden und am sichersten durch ein Rötgenbild zu identifizieren.

Oft klagen Betroffene bei der typischen Lungenentzündung über Atemnot und Schmerzen beim Atmen durch eine Mitbeteiligung des Lungenfells (Rippenfellentzündung). Auffallend ist ein süßlicher oder übel riechender Mundgeruch, bedingt durch die Absonderungen der Bakterien. Mit zunehmender Beteiligung von Lungengewebe atmen Patienten schnell und flach, wobei die Nasenflügel sich deutlich mitbewegen können. Die erkrankte Brustkorbhälfte nimmt sichtbar weniger an der Atmung teil (Schonatmung).

Atypische Lungenentzündung - Symptome wie eine Erkältung

Am Anfang der atypischen Lungenentzündung haben Betroffene meist leichtes Fieber ohne Schüttelfrost und einen trockenen Husten, gelegentlich treten auch Kopf- und Gliederschmerzen zu Beginn der Erkrankung auf. Eine atypische Lungenentzündung bleibt nicht auf einen Lungenlappen begrenzt, sondern der Entzündungsherd ist eher zentral in der Nähe des Bronchialbaumes gelagert oder auch über das gesamte Lungengewebe mit fließenden Übergängen verstreut. Die atypische Lungenentzündung dehnt sich nur selten auf das Rippenfell aus und es fehlt auch der typische eitrige Auswurf. Der Allgemeinzustand ist verglichen mit einer bakteriellen klassischen Lungenentzündung nur geringfügig beeinträchtigt. Häufig sind eher jüngere Menschen ohne Vor- oder Begleiterkrankungen betroffen. 

Säuglinge leiden oft unter Trinkschwäche, Schnupfen und Husten. Ebenso wie Kleinkinder treten zum Husten auch Symptome wie schneller Puls, blasse Hautfärbung und Fieber auf.

Als Entscheidungsgrundlage hilft ein Bewertungssystem (Score-System CRB-65) mit welchem sich die Dringlichkeit und den Schweregrad einer Lungenentzündung abschätzen lässt:

  • Ist der Patient über 65 Jahre alt?
  • Ist er plötzlich verwirrt?
  • Atmet er häufiger als 30-mal die Minute?
  • Ist der Blutdruck niedriger als 90/60 mm Hg?

Lautet eine der Antworten ja, ist eine Krankenhausbehandlung in Betracht zu ziehen. Bei zwei positiven Antworten ist in der Regel eine Krankenhausbehandlung erforderlich.

Ursachen einer Lungenentzündung

Je nach der Krankheitsentstehung wird grundsätzlich zwischen infektiösen und nichtinfektiösen  Lungenentzündungen unterschieden. Nichtinfektiöse Lungenentzündungen können beispielsweise allergisch oder durch das Einatmen von giftigen Dämpfen verursacht sein, während infektiöse Lungenentzündungen durch Bakterien, Viren, oder Pilze ausgelöst werden.

Meist entsteht die Infektion des Lungengewebes als Folge einer Bronchitis durch eine Einwanderung von Mikroorganismen aus den befallenen Bronchien auf das nahe liegende Lungengewebe.

Auch eine Stauung von Flüssigkeit in der Lunge bei Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) begünstigt die Entstehung einer Lungenentzündung erheblich, weil das Immunsystem durch das Ödem in den betroffenen Regionen in Abwehr erheblich beeinträchtigt ist.

Komplikationen bei einer Lungenentzündung

Bei älteren Menschen und vor allem bettlägerigen Patienten treten aufgrund des geschwächten Immunsystems besonders schwere Verläufe mit tödlichen Folgen auf. Als Folgekrankheiten der Lungenentzündung können Lungenabszesse mit reichlichem, übel riechendem Auswurf und chronisch eitrige Rippenfellentzündungen entstehen.

Behandlung und Therapie der Lungenentzündung

Grundlage ist die gezielte Bekämpfung der jeweiligen Krankheitserreger mit einem oder mehreren Antibiotika. Zusätzlich können folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

  • Bei Schmerzen oder hohem Fieber über 38,5° Celsius können fiebersenkende und entündungslindernde Präparate wie Ibuprofen eingesetzt werden.
  • Bei atypischer Lungenentzündung unterstützen pflanzliche Wirkstoffe mit virostatischer Wirkung den Heilungsverlauf (Phytobiotika).
  • Bei Hustenreiz unterstützen Expektorantien wie ACC die Schleimlösung während des Tages. In der Nacht kann der Schlaf durch Abhusten des gelösten Sektretes gestört werden. Deshalb sollten Schleimlöser am Abend und in der Nacht vermieden werden.
  • Sehr wichtig für die Heilungsprozesse und den Abtransport des Sekretes ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zugleich muss eine eventuell bestehende Herzinsuffizienz beachtet werden, die nur eine gemäßigte Flüssigkeitszufuhr zulässt.
  • Bei bettlägerigen Patienten kann eine Thromboseprophylaxe erforderlich werden.
  • Eine gute Atemtherapie unterstützt die Behandlung wirksam (tiefe Atemzüge, Vibration).
  • Bei starkem Husten können hustendämpfende Medikamente erforderlich werden. (Nicht gleichzeitig mit Expektorantien)

Obwohl in der klassischen medizinischen Behandlung nicht eingesetzt, kann eine low-dose Cortisolbehandlung die Leistungsfähigkeit und Abwehrkraft des Organismus während einer Lungenentzündung wirksam verbessern. Während der körpereigene Cortisolbedarf bei schwerer Allgemeinsymptomatik deutlich erhöht ist, reicht die Eigenproduktion in der Nebenniere erschöpfungsbedingt häufig nicht aus (Cortisolmangel-Syndrom).

Maßnahmen zur Vorbeugung gegen eine Lungenentzündung

Nicht selten treten Lungenentzündungen im Anschluss an eine Infektion der Bronchien auf, häufig auch nach Rippenprellungen mit unzureichender Schmerzbehandlung. So begünstigt eine schmerzbedingte Schonatmung die Entstehung einer Lungenentzündung ebenso wie die flache Atmung bei älteren Menschen. Es ist nicht erforderlich, ständig tief durchzuatmen, aber sollte darauf geachtet werden, dass von Zeit zu Zeit immer wieder tiefe Atembewegungen stattfinden.

Lungenentzündungen können durch eine Impfung gegen Pneumokokken vermieden werden. Diese Impfung wird für Menschen ab dem 60. Lebensjahr und infektgefährdeten Personen empfohlen.

Nicht immer ist eine Impfung als Vorbeugung erforderlich. Durch geeignete Maßnahmen mit Hilfe der Biologischen Medizin kann die Abwehrkraft erheblich verbessert werden, um einen effektiven Schutz zur Vorbeugung einer Lungenentzündung zu erreichen.

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